Transkulturelle Ansätze im Neuen Deutschen Film

Rings, Guido (2017) Transkulturelle Ansätze im Neuen Deutschen Film. In: Deutsch-Türkische Filmkultur im Migrationskontext. Springer, Wiesbaden, pp. 1-24. ISBN 978-3-658-15351-9

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Abstract

In kritischer Distanz zu populären binären Kategorisierungsansätzen, in denen der Neue Deutsche Film gegenüber einem zeitgenössischen transkulturellen Kino mit Migrationsthematik sehr gerne als Betroffenheits- bzw. Problemkino mit zu Opfern degradierten Ausländern abgehandelt wird, betrachte ich Fassbinders Werk als Teil eines komplexeren deutsch-türkischen Kinos, das sich solchen Festschreibungen sehr bewusst entzieht. Insbesondere bemüht sich Fassbinder meines Erachtens nach schon in „Angst essen Seele auf“ sehr erfolgreich um die Entwicklung eines transkulturellen Gedächtnisses, und sein auf affektgesteuerte Grenzauflösung aufbauendes Solidaritätskonstrukt inspiriert nicht zufällig noch Akıns „Auf der anderen Seite“. Interpretationsmuster, in denen sich Ausländer und Deutsche sowie Männer und Frauen in Opfer bzw. Täterrollen gegenüberstehen, greifen aber nicht nur in der Filmanalyse zu kurz, sondern sie unterstützen eine Kontinuität dichotomen Denkens, um dessen Auflösung sich Fassbinder sehr erfolgreich bemüht.

Item Type: Book Chapter
Keywords: Fassbinder, transcultural memory, affect
Faculty: ARCHIVED Faculty of Arts, Law & Social Sciences (until September 2018)
Depositing User: Unnamed user with email guido.rings@anglia.ac.uk
Date Deposited: 12 Jun 2017 13:14
Last Modified: 09 Sep 2021 16:13
URI: https://arro.anglia.ac.uk/id/eprint/701480

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